Kortikosteroide (Glukokortikoide) sind die am häufigsten eingesetzten Wirkstoffe in der lokalen Infiltrationstherapie. Sie wirken über Bindung an intrazelluläre Glukokortikoidrezeptoren (GR) → Translokation in den Zellkern → Hemmung der Transkription proinflammatorischer Gene (NF-κB-Pathway): COX-2, Phospholipase A2, IL-1β, IL-6, TNF-α werden supprimiert. Klinische Folge: rasche, kraftvolle Entzündungshemmung mit Analgesie, Ödemreduktion und Wiederherstellung der Gelenkfunktion. In der orthopädischen Praxis werden Depot-Kortikosteroide eingesetzt (z. B. Triamcinolonacetonid, Betamethason, Methylprednisolon-Acetat): prolongierte lokale Wirkung durch verzögerte Resorption aus dem Injektionsdepot.
Indikationsspezifische Hinweise zu Kortison-Infiltrationen
Gelenkinfiltrationen: max. 3–4/Jahr empfohlen; längere Intervalle schützen den Knorpel (in vitro Knorpelschaden bei hochfrequenter Anwendung nachgewiesen). Sehnenansatz-Infiltrationen: Direkte Injektion in die Sehne ist kontraindiziert (Rupturgefahr); peritendinöse Applikation. Epidurale/periradikuläre Infiltrationen: zeitlich und technisch anspruchsvoller; Medi-Jet-System bietet hier entscheidende Vorteile.